Wie wird das Jahr 2026?
Geopolitische Spannungen und Handelsbarrieren stehen einer stetig wachsenden Weltwirtschaft gegenüber.
Stimmung und Konjunktur
Der Kanzlerwechsel hat die Stimmung in Deutschland kaum verbessert. Dabei ist die Lage objektiv besser als das allgemeine Empfinden. Die Inflation ist weiter zurückgegangen: Im Dezember lag die Inflationsrate bei 1,8 %, nachdem sie im September noch 2,4 % betragen hatte. Auch europaweit lag die Inflation im Dezember bei rund 2 %.
Die EZB hat damit wieder mehr Entscheidungsspielraum für weitere Zinssenkungen gewonnen. Nach einem unerwarteten Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr wird für 2026 ein deutlich höheres Wachstum von rund 1,4 % erwartet. Deutschland würde damit wieder im EU-Durchschnitt liegen.
Als weltweit drittgrößte Volkswirtschaft und als Teil der zweitgrößten Wirtschaftsregion der Welt bleibt Deutschland wirtschaftlich eine Macht. Diese ökonomische Stärke kann und sollte auch international als Hebel eingesetzt werden.
Steuern und Entlastungen
Die Bundesregierung hat seit ihrem Amtsantritt verschiedene steuerpolitische Maßnahmen umgesetzt, um Unternehmen und Bürger zu entlasten. Teile der Unternehmenssteuerreform wurden vorgezogen, zudem wurden der Grundfreibetrag sowie der Kinderfreibetrag erhöht.
Ab Januar 2026 steigt außerdem das Kindergeld auf 259 Euro pro Kind.
Immobilienmarkt
Zur Beschleunigung des Wohnungsneubaus wurde im Oktober 2025 der sogenannte Bauturbo beschlossen. Die Zahl der Baugenehmigungen zeigt im Jahr 2025 bereits eine positive Entwicklung mit teils deutlichen Zuwächsen.
Seit dem zweiten Halbjahr 2025 stabilisiert sich der Immobilienmarkt, insbesondere bei Wohnimmobilien. Qualität, Lage und Energieeffizienz bleiben dabei entscheidend. Eigentumswohnungen verteuerten sich im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,7 %, Einfamilienhäuser im Jahresvergleich um 2,8 %.
Für 2026 wird mit weiter leicht steigenden Preisen gerechnet – getragen von der anhaltend hohen Nachfrage, dem weiterhin zu geringen Wohnungsbau und stabilisierten Zinsen. Auch die Mieten dürften weiter steigen. Für Anleger bestehen damit weiterhin attraktive Einstiegschancen.
Die Bauzinsen bleiben insgesamt stabil. Je nach Zinsbindung liegen sie derzeit zwischen 3,4 % und 4,2 %. Hypothekenzinsen mit zehnjähriger Zinsbindung bewegen sich aktuell um 3,5 %.
Kapitalmärkte und Edelmetalle
Die Entwicklung an den Börsen war im vergangenen Jahr erfreulich, und auch für 2026 sind die Aussichten insgesamt positiv. Möglicherweise rücken etablierte Geschäftsmodelle und Substanzwerte wieder stärker in den Fokus.
Gold und Silber erreichen immer neue Allzeithochs. Insbesondere der starke Anstieg bei Silber kam für viele institutionelle Anleger überraschend. Traditionell investieren große Investoren nur zurückhaltend in Edelmetalle.
Beim Goldpreis waren es vor allem die massiven Käufe der Notenbanken, die den Preisanstieg vorangetrieben haben. Dieser Trend steht zugleich für einen wachsenden Vertrauensverlust in die US-Regierung und den US-Dollar.