Die Politik in Deutschland funktioniert. Das hat für mich die Abstimmung über das Schuldenpaket bewiesen. Mit der nötigen Zweidrittel-Mehrheit segneten die Abge- ordneten die dafür nötige Änderung des Grundgesetzes ab. Dass die Union und die SPD die Voraussetzungen für das „Sondervermögen“ schufen, war klar, schließlich wollen die beiden Parteien die künftige Regierungskoalition bilden.
Dass aber auch die abgewählten Grünen über ihren Schatten sprangen, war nicht selbstverständlich. Sie haben persönliche Befindlichkeiten hinten an gestellt und übles Nachtreten souverän an sich abperlen lassen. Wie CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gegen die Grünen vom Leder zog, das war unter aller Kanone. „Das macht der Söder, um die Verhandlungen zu torpedieren und bei einer Neuwahl doch noch Kanzlerkandidat der Union zu werden“, meinte ein ge- schätzter Leser dazu, und so ganz abwegig finde ich seine Theorie nicht.
Was bedeutet das Ergebnis nun für Deutschland, für die Wirtschaft, für uns?
Schließlich geht es um neue Schulden in Höhe von mindestens 1.000 Milliarden Euro. Eine abstrakte Summe, die ich zumindest nicht fassen kann. Eine große Her- ausforderung wird daher darin bestehen, das Geld zügig sinnvoll auszugeben. Da- für müssen nun erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden.
Ohne Zweifel werden die Super-Schulden unser Leben verteuern. Die Zinsen stei- gen ebenso wie das Risko einer hohen Inflation. Doch das ist nur eine Seite der Medaille, betont unser Immobilien-Professor Günter Vornholz. Er hält positive Ent- wicklungen auf den Bau– und Immobilienmärkten durchaus für möglich.
Eins noch. Wolfgang Dippold ist tot. Der Ex-Chef und Grün- der der Project-Gruppe starb bereits vor rund vier Wochen.
Viele Jahre lang war er ein prägender Player der Sachwerte- branche. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie.
Viel Spaß beim Lesen
Quelle: Der Fondsbrief Nr. 477