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Die Schlüsseltechnologie für die Energiewende
vom 29.10.2025

Die Schlüsseltechnologie für die Energiewende

Datum: 06.10.2025 · Kategorie: Erneuerbare Energien

Batteriespeicher werden dringend gebraucht – und entwickeln sich zu einer aufblühenden Assetklasse für Investoren.

Damit die Energiewende vollständig gelingt und grüner Strom nahezu jederzeit nutzbar ist, braucht es Speicher. Für Investoren eröffnet sich damit die Chance, eine technologisch spannende, wirtschaftlich attraktive und gesellschaftlich bedeutende Entwicklung zu unterstützen. Während Europa den Weg zu einer weitgehend emissionsfreien Energieversorgung bis 2050 einschlägt, wird deutlich: Es braucht nicht nur Windräder und Solarpanels, sondern vor allem leistungsfähige Speicher.

Zusätzlichen Rückenwind geben geopolitische Entwicklungen. Der Krieg in der Ukraine hat die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern offengelegt, die Strompreise sind zeitweise stark gestiegen. Verbraucher, Industrie – und auch Investoren – spürten die Folgen unmittelbar.

Systematischer Einsatz von Speichern notwendig

Heute stammen knapp 60 Prozent der deutschen Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen. Mit dem Ausbau gehen technologische Herausforderungen einher: Einspeisung und Verbrauch entkoppeln sich zunehmend, der Stromfluss wird dezentraler und volatiler. Mittags erzeugen Solaranlagen oft ein Überangebot, während an windstillen, sonnenarmen Tagen Unterdeckungen drohen. Zwei Wege führen aus dem Dilemma: ein massiver Netzausbau und der systematische Einsatz von Speichern. Was lange als Nebenschauplatz galt, ist in der Mitte des Energiesystems angekommen: Batteriespeicher werden technisch reifer, wirtschaftlich kalkulierbarer – und in Kürze flächendeckend verfügbar.

Diese Speicherarten gibt es

Der europäische Markt kennt vier große Speichertechnologien: mechanisch, elektrochemisch (Batterien), thermisch und chemisch. Mit rund 53 Gigawatt dominieren mechanische Speicher wie Pumpspeicherkraftwerke. Thermische Speicher, etwa Warmwasserbehälter, leisten mit rund 1 Gigawatt wertvolle Dienste, bleiben aber Nischenlösungen. Chemische Speicher – allen voran Wasserstoff – gelten langfristig als sehr vielversprechend, kämpfen jedoch noch mit Infrastruktur- und Effizienzthemen.

Besonders dynamisch entwickeln sich Batteriespeicher: Mit aktuell etwa 35 Gigawatt liefern sie genau das, was die Energiewende braucht – kurzfristige, flexible und skalierbare Kapazitäten. Ihr Vorteil: Sie lassen sich nahezu überall installieren, auf Flachdächern, neben Umspannwerken oder als Teil von Wind- und Solarparks. Lithium-Ionen-Batterien, insbesondere langlebige LFP-Varianten, prägen den Markt; Alternativen wie Natrium-Ionen stehen noch am Anfang.

Wie viel Speicher brauchen wir eigentlich?

Europa verfügt derzeit über rund 890 Gigawattstunden Speicherkapazität – bei einem täglichen Stromverbrauch von etwa 8.000 Gigawattstunden. Rechnerisch reicht das, um den Bedarf für rund 2,5 Stunden zu decken, sofern keine neue Erzeugung erfolgt und Gasnetze unberücksichtigt bleiben. Dass Speicher längst mehr sind als eine technische Spielerei, zeigt der Blick auf den Strommarkt: Die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen in Deutschland steigt rasant – 459 im Jahr 2024 und bereits über 380 bis Mitte 2025. Genau hier punkten Speicher: Sie glätten Preisspitzen, ermöglichen Arbitrage und entlasten überlastete Netze.

Batteriespeicher wirken damit doppelt: Sie stabilisieren das System und eröffnen Chancen für smarte Vermarktung. Ihre Fähigkeit, Regelenergie bereitzustellen, macht sie zu einem zunehmend wichtigen Baustein der Netz- und Versorgungssicherheit – binnen Sekunden abrufbar und mit wachsender Bedeutung gegenüber klassischen Anlagen.

Investieren in Stromspeicher: flexibel, rentabel, zukunftssicher?

Der Preisverfall bei Lithium-Ionen-Batterien – rund minus 85 Prozent seit 2013 – hat den Markt überhaupt erst geöffnet. Parallel wächst das Bewusstsein für die strategische Rolle von Speichertechnologien. Ambitionierte Prognosen sehen bis 2030 zusätzliche 128 Gigawatt Speicherleistung in Europa, was für Deutschland mehr als eine Verdopplung gegenüber heute bedeuten könnte.

Batteriespeicher lassen sich in mehreren Märkten parallel einsetzen (Revenue Stacking): im Intraday- bzw. Day-Ahead-Handel sowie in den Regelenergiemärkten. Je nach Betriebsstrategie liegen die jährlichen Erlöse häufig bei etwa 150.000 bis 250.000 Euro pro Megawatt – mit Potenzial für zweistellige Renditen.

Wer größere Planungssicherheit bevorzugt, kann auf Modelle wie Tolling Agreements setzen. Die Betriebsführung wird ausgelagert, der Investor erhält eine fixe Vergütung – aktuell etwa 80.000 bis 120.000 Euro pro Megawatt und Jahr. Zusätzlich bieten Innovationsausschreibungen der Bundesnetzagentur langfristige Tarife, wenn Speicher gemeinsam mit Wind oder Photovoltaik betrieben werden.

Fazit: Speicher sind dringend notwendig

Die Energiewende funktioniert nicht ohne Speicher. Batteriespeicher schließen die Lücke zwischen fluktuierender Erzeugung und stabilem Verbrauch – als Brücke, Puffer und Taktgeber eines dezentralen Energiesystems. Herausforderungen bleiben: uneinheitliche Baurechtslagen, Engpässe bei Netzanschlüssen und ein regulatorisches Umfeld im Wandel. Angesichts der vielen Einsatzmöglichkeiten, sinkender Kosten und politischer Dringlichkeit ist jedoch klar: Speicher werden in großem Maßstab gebraucht.

Für Investoren entsteht ein vielversprechendes Feld, das technologisch überzeugt, wirtschaftlich attraktiv ist und einen hohen gesellschaftlichen Nutzen stiftet. Wer heute einsteigt, investiert in eine Anlageklasse – und in die Infrastruktur der Zukunft.

Weiterführender Hinweis

Einen ausführlichen Fachbeitrag zum Thema „Batteriespeicherinvestitionen als zentraler Baustein der Energiewende“ haben die BVT-Autoren Fabian Meloni (Senior Investment Manager Energie & Infrastruktur) und Dr. Dominik Schall (Leiter Energie & Infrastruktur) in der aktuellen Ausgabe von Absolut|private veröffentlicht.

Quelle: BVT Beratungs-, Verwaltungs- und Treuhandgesellschaft für internationale Vermögensanlagen mbH