Deutsche Wohnimmobilien – Preise ziehen wieder kräftig an
Bereits mehrfach berichteten wir vom Beginn der „Aufwärts-Rallye“ an den deutschen Wohnimmobilienmärkten. Dieser Trend setzt sich weiter fort und wird immer deutlicher. Die Preise für Wohnimmobilien sind im Jahresvergleich mit 3,8 % überdurchschnittlich stark gestiegen.
Der Aufwärtstrend zeigt sich damit robust und wird von einer anhaltend hohen Nachfrage sowie einem nach wie vor knappen Angebot getragen. Auch im Vergleich zum zweiten Quartal stiegen die Preise nochmals leicht um 0,8 %. Die Marktteilnehmer scheinen sich mit den neuen Rahmenbedingungen – höheren Zinsen und stabilen wirtschaftlichen Aussichten – arrangiert zu haben.
Starker Anstieg bei Mehrfamilienhäusern
Den größten Zuwachs verzeichneten Mehrfamilienhäuser: Hier stiegen die Preise seit Jahresanfang um 5,25 %. Die Nachfrage stammt überwiegend von institutionellen Investoren, die in den Markt zurückkehren.
Selbstgenutztes Wohneigentum wie Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen verteuerte sich um 2,4 %.
Dynamik in den Metropolregionen
Insbesondere in den sieben größten Städten (Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, München) stiegen die Preise stärker als im Durchschnitt des gesamten Bundesgebiets. Hier zogen die Preise um 4,6 % im Jahresvergleich an.
Auch die Mieten erhöhten sich um 3,7 % im Vergleich zum Vorjahr – ein stärkerer Anstieg als im Vorquartal. Damit steigen aktuell Mieten und Kaufpreise in etwa im gleichen Umfang.
Knappes Angebot und zu geringe Bautätigkeit
Das Angebot bleibt knapp, insbesondere in den Ballungsgebieten. Ein wesentlicher Grund ist die nach wie vor zu geringe Bautätigkeit. Im Jahr 2024 wurden nur rund 252.000 Wohnungen fertiggestellt. Trotz der politischen Ankündigungen – Stichwort „Bauturbo“ – stockt der Neubau weiter.
Für 2025 wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet, von mindestens 10 % weniger Fertigstellungen als 2024. Ein Grund ist das zu geringe Engagement des Staates im sozialen Wohnungsbau: Es fallen immer noch mehr Wohnungen aus der Sozialbindung, als neue gebaut werden. Statt verstärkt Sozialwohnungen zu schaffen, steigen vor allem die Wohngeldaufwendungen des Staates.
Hinzu kommt die umfangreiche Bürokratie. Es ist bislang nicht gelungen, die Bauvorschriften so anzupassen, dass die Baukosten nachhaltig und deutlich sinken.
Regionale Unterschiede & Zinsentwicklung
Im Zusammenspiel mit der anhaltend hohen Nachfrage treibt das knappe Angebot die Mietpreise und damit auch die Verkaufspreise weiter nach oben. Die Entwicklung wird jedoch regional unterschiedlich ausfallen:
- Ballungsräume: weiter stark steigende Preise und Mieten
- Ländliche Regionen: Preise können stagnieren oder teilweise sogar fallen
Die Zinsen werden sich voraussichtlich in den nächsten Wochen eher seitwärts bewegen. Aufgrund der aktuellen Inflationsentwicklung gehen Experten von einer Zinsstabilisierung um die 4 % aus. Steigt die Inflation wieder an und reagiert die EZB mit einer Leitzinsanhebung, könnten auch die Hypothekenzinsen erneut steigen.
Fazit für Anleger:
Seit dem Frühjahr 2024 steigen die Immobilienpreise wieder. Die Erholungsphase am Immobilienmarkt verfestigt sich zunehmend. Da es nur wenige Neubauten gibt, speist sich der Preisanstieg zu großen Teilen aus Bestandsimmobilien. Aktuell liegen die Preise noch unter den Höchstständen aus 2022. Die anhaltende Wohnungsknappheit wird sich mittelfristig kaum entschärfen – ein Einstieg in den Markt kann sich daher weiterhin lohnen. Anleger sollten ein Investment wieder verstärkt ins Auge fassen.