Der Welthandel kommt allen zu Gute
Die Globalisierung überlebt Donald Trump
Handel, also den Austausch von Waren, gab es schon in frühen Hochkulturen, z.B. bei den alten Ägyptern und im Römischen Reich. Die ständig wachsende Nachfrage nach Produkten und steigende Löhne schufen Anreize, die Arbeitskräfte durch den Einsatz mechanischer Hilfsmittel produktiver zu machen. Das Ergebnis waren wegweisende Erfindungen für die industrielle Revolution, wie z.B. die Dampfmaschine. Zum Schutz der eigenen Industrie erhoben die Staaten Zölle.
Im Zuge der zunehmenden internationalen Verflechtung, der Globalisierung, wurde der Handel liberalisiert. Seit den 1950er Jahren sind Zölle weltweit schrittweise zurückgegangen, da man erkannte, dass der Wohlstand aller am größten ist, wenn staatliche Beschränkungen des Handels wegfallen und dort produziert wird, wo es am günstigsten ist. Als Folge ist der Welthandel seit den 1950er Jahren fast regelmäßig schneller gewachsen als die globale Wirtschaftsleistung. 2024 wurde ein neuer Höchststand von USD 33 Billionen erreicht. Das entspricht einem Plus von 3,7% oder USD 1,2 Billionen.
Obwohl allgemein bekannt ist, dass Zölle den Handel hemmen, verschärft der neue alte US-Präsident Donald Trump seine Handelspolitik und droht erneut mit Zöllen. Das verschärft den globalen Handelskonflikt, belastet das Verhältnis zu engen Verbündeten und verunsichert Investoren. Allerdings kann er sich jetzt, anders als im April, auf stabile Märkte, robuste Wirtschaftsdaten und wachsende Zolleinnahmen stützen. Donald Trump nimmt ökonomische Schäden bis zu einem gewissen Grad in Kauf. Allerdings stehen dem enorme Zusatzeinnahmen gegenüber: über 100 Milliarden US-Dollar allein in diesem Jahr, was einem Plus von 86% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Donald Trump sieht sich daher auf dem richtigen Weg.
Jedoch zeigen Partner weniger Bereitschaft, entsprechende Handelsabkommen zu unterzeichnen. Bisher sind nur vage Rahmenvereinbarungen zustande gekommen. Aufgrund des erratischen Verhaltens von Donald Trump fehlt den Partnern das Vertrauen in Abkommen mit den USA. Zudem knüpft Donald Trump wirtschaftliche Abhängigkeiten an politische Bedingungen. Er setzt die Zollandrohungen als Mittel ein, um darüber hinaus außenpolitische Interessen der USA durchzusetzen. So wurde z.B. Mexiko wegen Versäumnissen im Kampf gegen den Drogenschmuggel mit höheren Zöllen belegt, und Brasilien soll Zölle in Höhe von 50% zahlen, wenn das Strafverfahren gegen den Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro nicht eingestellt wird. Bezugnehmend auf die EU lehnt Donald Trump die Regulierung und Besteuerung der Digitalkonzerne ab, die vor allem amerikanische Tech-Firmen wie Microsoft betreffen.
Donald Trump übersieht dabei jedoch negative Aspekte wie steigende Inflationsrisiken und Zinsen. Die Staatsverschuldung der USA betrug 2024 rund USD 35 Billionen. Da die Zölle die Verbraucherpreise erhöhen werden, wird die Inflation ansteigen, was wiederum zu höheren Zinsen führen wird. Dabei ist der zusätzliche Verschuldungseffekt durch die „Big Beautiful Bill“ noch gar nicht berücksichtigt. Das wird voraussichtlich zu einer noch höheren Zinssteigerung führen Bei einer Zinssteigerung von nur 1% fallen zusätzlich Zinsen in Höhe von ca. USD 340 Milliarden an.
Die Globalisierung schafft seit Jahrzehnten mehr Wohlstand für alle. Hoffentlich bleibt Donald Trump nur eine temporäre Episode.Abgesehen davon haben im Ergebnis nicht nur der US-Staat aufgrund der höheren Zinszahlungen weniger, sondern auch die Konsumenten, die die Zölle über die Preise der Produkte bezahlen. Die Handelsbilanz wird von der US-Regierung leider nicht im Zusammenhang mit der Dienstleistungsbilanz gesehen.
Quelle: IC Consulting GmbH